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Midnight Run,
Andromeda Software Development, (2008)
Platzierung: 3rd at NVScene 2008
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| Zwei, nennen wir sie mal 'Trends', sind uns auf der NVScene Party aufgefallen. Zum einen spielen nach wie vor so gut wie alle Demogruppen gerne mit Würfeln - und das seit rund 25 Jahren, nur dass sie diese neuerdings auch gern in Form beeindruckender Wellenteppiche zeigen. Dann ist da noch das recycelte Konzept. Plastic haben es getan und erinnern mit ihrer, auf NVIDIA's Demo-Party vorgestellten Produktion stark an eines ihrer älteren Werke. Auch ASD haben diesen Weg beschritten. Midnight Run ist eine Art zweiter Teil von Metamorphosis, zeigt exakt den selben Grafikstil, der zum Teil an einen Scherenschnitt erinnert, verziert mit schrägem 70er-Jahre-Muster und auch künstlerische Aspekte aus den Monty Python Trickfilmen beinhaltet. Natürlich zeigt dieser Stil erneut die ungeheure Kreativität der griechischen Demogruppe, unterscheidet sich optisch deutlich von anderen Demos, ist wieder gespickt mit schrägen Figuren, Szenen und abgedrehter Musik. Also müssen wir erneut vor Navis und aMusic auf die Knie fallen, ihnen huldigen, was wir natürlich auch tun. Nur können wir unser Haupt nicht so tief beugen wie einst bei Metamorphosis, denn die Einzigartigkeit dieses Grafikstils ist in dieser 'Neuauflage' eben verflogen.
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Into the Pink,
Plastic, (2008)
Platzierung: 2nd at NVScene 2008
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| Im elitären Kreis der Demoszene sind Plastic schon lange angekommen, haben ihren Ruf mit der PS3-Demo Linger in Shadows richtig zementiert und sich selbst ein Denkmal gesetzt. Nun sind sie zurück auf dem PC, nach 3 Jahren Abstinenz. Todschick sieht ihr Into the Pink getauftes neues Werk aus, wirbelt wieder Tausende von Objekten, Röhren, Bändern und neuerdings auch eklikges Krabbelgetier auf dem Bildschirm herum, passend untermalt von bombastischer, orchestraler Musik. Die Mischung stimmt, das Geschehen ist packend inszeniert, mit wilden Kamerafahrten wie in einem FIlm. Und doch erlebt der geneigte Zuschauer ein Deja Vú. Nämlich dann, wenn man ihre letzte PC-Produktion Final Audition kennt. Hier steckt genau dasselbe Design drin - abgesehen von den Insektenspielereien und dem Unterschied, dass das Frauenmodell nun von einem Baby ersetzt wurde. Somit umweht doch ein leichter Hauch der Enttäuschung diese Demo, auch wenn sie in audiovisueller Hinsicht definitiv ein Festschmaus ist.
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Stargazer,
Andromeda / Orb, (2008)
Platzierung: 1st at NVScene 2008
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| Momente der Glückseligkeit, Begeisterungsausbrüche, ungläubiges Staunen auf das Gesicht zeichnen… Nicht viele Demos sind dazu in der Lage, doch Andromeda und Orb schaffen mit ihrem neuesten Werk genau das - und noch viel mehr! Klassisches Demo-Design präsentieren sie uns, kein durchgehendes Konzept liegt ihrem Stargazer zugrunde. Effekte werden aneinander gereiht und abgespult, wobei nicht alle fließend ineinander übergehen. Das macht hier jedoch überhaupt nichts, denn oftmals ist die gute alte Schule eben doch die beste. Was hier gezeigt wird, ist einfach nur erhaben. In visueller Hinsicht, im technischen Bereich und auch beim Soundtrack. In einer atmosphärischen Eröffnungssequenz, Andromeda-like im Weltraum angesiedelt, werden die Greetings und Credits eingeblendet, dann geht die Post ab im Debris-Style. Eine flüssige Schlange (schönen Gruß an den zweiten Terminator) kriecht um futuristische Objekte herum. Danach sieht man die vielleicht hübschesten Wellen der Demo-Geschichte, die dann von einem herrliche schimmernden Würfelspiel abgelöst werden. Der, nein DIE Oberknaller kommen jedoch erst noch. In Form einer aufwändigen 3D-Skulptur, um welche die Kamera kreist und die vom Gesicht her ein wenig an den im Titelbild von Nexus 7, der legendären Amiga-Demo von Andromeda, gezeigten Kopf erinnert. Dann fährt die Kamera ganz dicht an die Haut des Körpers, die übergeht in einen Endlos-Zoom mit zahlreichen Bildern. Spätestens hier steht der Mund dann sperrangelweit offen, trocknet aus, denn zuklappen kann ihn niemand mehr. Wie steht's um die Musik? Nun, der Name des Musikers allein bürgt für Qualität. Gloom schmettert in bekannter Manier Beats und Melodien aus den Lautsprechern, die wie immer hervorragend zu einer stylischen Demo passen. Demo-Kino also von der allerfeinsten Sorte.
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Incognito,
Traction, (2008)
Platzierung: 3rd at Assembly 2008
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| Wie einer dieser hypermodernen Werbespots auf MTV sieht die neue 64k Intro von Traction aus. Auf der einen Seite ein wenig nüchtern, andererseits aber dennoch stylisch und innovativ, ganz so, wie man es von Traction gewöhnt ist. Zusammen mit dem wundervoll melodischen Soundtrack kann man durchaus ins Träumen geraten. Wenn bunte Bänder aus dem Boden sprießen und sich zu einem schicken Gewächs bündeln, oder Rohrleitungen aus einer Kugel wachsen, dann ist das 100% Popkultur aus der heutigen Zeit. Einfach und schön! |
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Panic Room,
Fairlight, (2008)
Platzierung: 1st at Assembly 2008
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| Ostern 2008, direkt nach der Breakpoint war es, da haben wir behauptet, dass die 64k Intros tot wären. Nun möchten wir diese Aussage revidieren, beugen in Demut unser Haupt vor Smash und Reed von Fairlight. Sie haben mit ihrem Panic Room ein Erlebnis geschaffen, wie es Lifeforce und fr-041: debris im Jahr zuvor geschafft haben. Dieses Kleinod ist vollgestopft mit imposanter Technik, hochdetaillierten 3D-Kulissen, genialen Wasser-, Rauch- und Schatteneffekten, sowie abgefahrenen Ideen. Smash sperrt uns zuerst in einen Raum ein, lässt diesen voll Wasser laufen und versetzt uns tatsächlich in Panik. Positive Panik, aufgrund des Detailreichtums. Ungläubige Panik, aufgrund der Technik, die fast schon Game-Qualität hat, hier aber in nur 64 Kilobyte untergebracht wird. Beängstigende Panik, weil dieses Werk solch hohe Standards setzt und eigentlich alle zuletzt veröffentlichten 64k's altbacken aussehen lässt. Nachdem der Raum geflutet ist, geht's ab ins kühle Nass, mit Fischen aus Stahl, explodierenden Stahlkugeln. Im späteren Verlauf verwandeln sich Torpedos in Jagdflugzeuge, die durch ein Treppenhaus jagen und den Panic Room zur anspruchsvollen Kunst werden lassen. Reed's Soundtrack steht dem in nichts nach. Erst spielt er mit harten Gitarrenriffs, die später in träumerische Klingelei enden. Lifeforce im kleinen Format eben. |
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Size Antimatters,
Andromeda Software Development, (2008)
Platzierung: 1st at Euskal 2008
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| Au revoir Lifeforce, good-bye Planet Risk! ASD verabschieden sich mit diesem Werk vom Stil ihrer meistbeachteten Werke, schlagen wieder einmal eine andere Richtung ein, gehen in Richtung Störfaktor. Zumindest erwecken die ersten Sekunden in Size Antimatters diesen Anschein. Ganz ohne bunte Farben werden die ersten Szenen gezeigt, das Bild immer wieder verzerrt. Dann lässt uns Mastermind Navis eintauchen in eine Welt, die ein bisschen an MFX' Deities erinnert. Oder an die Matrix-Trilogie. Zumeist bläulich ausgeleuchtete Maschinenwelten durchfliegen wir, die immer wieder von gleißenden Lasern durchzuckt werden, die mit raffinierten Shader-Effekten verziert sind und höllisch gut aussehen. Nur die flüssigen Übergänge aus den oben genannten Demos sind hier nicht enthalten. Doch das macht nichts, denn visuell ist Size Antimatters eine absolute Augenweide. Musikalisch passt der verwendete Trance-Track dabei recht gut, geht aber nicht so ins Ohr wie die meisten anderen Stücke von aMusic.
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The Seeker,
STILL, (2008)
Platzierung: for Intel Demo Competition 2008
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| Auf dem Weg in den Intel-Himmel tanzen Vorjahresgewinner STILL eine Symphonie der wirbelnden Elemente. Erst sind es gleißende Lichstrahlen, die Wasser zu durchdringen scheinen. Wasser, in welchem ein wahres Meer aus Schlingpflanzen tobt und sich zu immer neuen, abstrakten Strudeln bildet, während eine einsame, leuchtende Linie sich ihren Weg nach oben bahnt. Sie durchbricht die Oberfläche, stößt in die Luft hinein, die sich zu einem tosenden Wirbelsturm formt, während pompöse Streicherklänge von gelegentlichen Beats und Störgeräuschen begleitet werden. Der nächste Abschnitt dieser Demo-Operette bringt dann die Sonne ins Spiel. Sie beleuchtet das schlängelnde Spiel, bringt andere Farbe mit ein und entlässt den leuchtenden Schlauch in die luftigen Höhen. The Seeker ist ein ungewöhnliches Stück Demokunst, fast schon eine One-Scene-Demo, denn den glühenden Faden begleiten wir von der ersten bis zur letzten Sekunde an. Ungewöhnlich, aber faszinierend!
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Seiryoku,
Inque, (2008)
Platzierung: for Intel Demo Competition 2008
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| Minimalistisch, aber stylisch waren bislang die 64k Intros der Demogruppe Inque. Mit Seiryoku verlassen die Holländer zum ersten Mal ihre kleinen Pfade und treten ein in die Welt der ausgewachsenen Demos. Gut schlagen sie sich hier, obwohl die Optik nach wie vor mehr in Richtung 64k tendiert. Doch hat ihre Produktion Seele und Flow. Schön gehen die 3D-Szenen ineinander über, deren Machart ein wenig an das große Kasparov erinnert. So saust die Kamera zuerst durch einen Tunnel nach oben, vorbei an glühenden Leitungen, bevor ein kreisrunder Raum mit Alien-artigen Geschöpfen in Glasbehältern durchflogen wird. Ein weiterer Tunnel, dieses Mal in Form einer Straße, taucht auf, über die ein futuristisches Bike rast. Am Schluss wartet dann der obligatorische High-Tech-Reaktor mitsamt rotierenden Segmenten auf den Zuschauer. Was Inque hier zeigen sieht nett aus. Neuartiges wird jedoch nicht gezeigt. Dafür hangeln sich Izard und Glow aber gekonnt von einer Szene zur anderen - auch aufgrund der passenden Musik. Technisch haben wir jedoch schon Besseres gesehen.
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